FAQs

Fragen, die bereits besonders häufig über die Hotline gestellt wurden, werden hier erklärt. Aktuell finden Sie hier Antworten zu den Themen:

Können externe Personen SORMAS nutzen?

Ja. Auch Menschen außerhalb des Gesundheitsamtes, die ein Interesse an den Daten, die SORMAS sammelt, haben, wie Beispielsweise Bürgermeister, können einen Zugang bekommen. Die Rolle ist dann die des Bezirksbeobachters. Dieser kann das Dashboard mit allen Statistiken sehen aber keine persönlichen Daten der Fälle oder Kontakte.
Diese Rolle eignet sich nicht zur Arbeit mit SORMAS sondern ausschließlich dazu die Informationen auf dem Dashboard einzusehen.

Was macht die Rolle „Bezirksbeobachter“?

Der Bezirksbeobachter ist eine Rolle, die ausschließlich zur Einsicht des Dashboards berechtigt ist. Sie kann beispielsweise an Bürgermeister gegeben werden, sodass diese Statistiken einsehen können ohne persönliche Daten von Fällen oder Kontakten einsehen zu können.

Ist eine Mehrfachanmeldung in SORMAS möglich?

Ja. Man kann sich mit einer Rolle in mehreren Fenstern und/oder Taps in SORMAS anmelden und so in mehreren Menüpunkten parallel arbeiten.

Können Aufgaben automatisch zugeteilt werden?

Ja. Eine Konfiguration von automatisch erzeugter Aufgaben ist möglich und kann von Netzlink in den Datenbankkonfiguration über TASK_GENERATION_CASE_SURVEILLANCE konfiguriert werden. Diese Konfigurationen ist für deutsche Ämter standardmäßig ausgeschaltet, kann auf Wunsch aber eingeschaltet werden.

Wer ist für den Betrieb von SORMAS verantwortlich?

Der Betrieb von SORMAS erfolgt auf den Hochsicherheitsservern des Informationstechnikzentrums des Bundes (ITZBund) und wird dabei von der Firma Netzlink Informationstechnik GmbH (kurz Netzlink) betreut. Dies beinhaltet auch die Koordination der Auftragsverarbeitungsverträge (AVV), die Pflege und Sicherstellung des rund um die Uhr (24/7) Betriebs von SORMAS.

Hat SORMAS die Kapazität für alle Gesundheitsämter mit jeweils Hunderten von Nutzer:innen?

In anderen Ländern läuft SORMAS bereits für seit mehreren Jahren unterbrechungsfrei für zahlreiche Krankheiten mit über 750 Gesundheitsämtern und zigtausenden von Nutzer:innen auf nur einer Server-Instanz (Datenbank mit Server). In Deutschland erhält jedes Gesundheitsamt eine separate Instanz, so dass hier noch deutlich weniger eine Kapazitäts- oder Performanzgrenze zu erwarten ist, auch wenn über tausend Nutzer:innen eines Gesundheitsamtes gleichzeitig SORMAS nutzen sollten.

Was ist der Unterschied zwischen dem Betrieb beim ITZBund im Vergleich zum Eigenbetrieb?

Im Rahmen der BMG Förderung erfolgt der Betrieb von SORMAS in der Infrastruktur des ITZBund. Dies schließt folgende Vorteile ein:

  • Hohe Datensicherheit und Qualitätssicherung
  • Zentrale Sicherheitswartung
  • Zentraler Aktivierung der jeweils aktuellsten SORMAS Version
  • Keine Kosten für Betrieb, Service, Hotline und Schulung (BMG hat die Kostenübernahme bis mindestens Ende 2022 zugesichert und für darüber hinaus in Aussicht gestellt)
  • Rund um die Uhr Service (24/7) für den technischen Betrieb
  • Zentrale Datensicherheitsauditierung durch Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

SORMAS ist eine open source Software, deren Nutzung prinzipiell ohne Lizenzgebühr vom Gesundheitsamt in eigenen Infrastrukturen betrieben werden kann. Allerdings erfolgt dies dann in der vollständigen Verantwortung des Gesundheitsamtes und ohne Anspruch auf die oben genannten kostenfreien Betriebs-und Serviceleistungen. Wir empfehlen dringend SORMAS in Deutschland nur im ITZBund-Betrieb einzusetzen.

Werden die SORMAS-Server auch nachts überwacht?

Die Server auf denen die einzelnen SORMAS-Instanzen laufen werden dauerhaft überwacht, also auch nachts. Wird dort ein Fehler entdeckt, wird dieser automatisiert an den Support gemeldet.

Können Pflichtfelder individuell konfiguriert werden?

Um eine einheitliche Schnittstelle zur SORMAS-Anwendung im Gesundheitsamt sicherzustellen, ist bis auf Weiteres nicht vorgesehen, Felder im Tagebuch individuell konfigurierbar zu machen.

Können individuelle Einstellungne für einzelne Ämter oder Bundesländer getroffen werden?

SORMAS-X wird grundsätzlich für alle Gesundheitsämter in einer gemeinsamen Anwendung bereitgestellt. Individuelle Besonderheiten können entweder im Rahmen der jeweiligen Konfiguration vorgenommen werden oder sie werden allen Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung und Pflege von zusätzlichen Funktionen für spezielle Anforderungen einzelner Bundesländer oder Gesundheitsämter ist grundsätzlich möglich. Da SORMAS open source ist, stehen auch Dritten die Möglichkeit offen zusätzliche Module für und kompatibel mit SORMAS zu erstellen. Dies wird im Rahmen der Bildung einer SORMAS open source community ausdrücklich unterstützt. Ob dies im Rahmen der BMG-Förderung im Rahnen des SORMAS@DEMIS Projektes erfolgt oder ggf. durch Dritte, z.B. einem Bundesland finanziert wird kann, muss im Einzelfall entschieden werden.

Gibt es Datenschutzkonzepte?

SORMAS-X, DEMIS, SurvNet, andere IfSG-Fachanwendungen sowie das Climedo Syptomtagebuch arbeiten über Schnittstellen zusammen, sind aber als separate Produkte zu betrachten. Das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung verantwortet die Datenschutzkonzepte für SORMAS-X, SORMAS-SB und SORMAS-XL und SORMAS-SB und legt die diesbezüglichen Datenschutzunterlagen in der fortlaufend aktualisierten Fassung dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und die Informationsfreiheit (BFDI) und den Datenschutzbeauftragten der Länder zur Prüfung vor.

Das RKI verantwortet die Datenschutzkonzepte von SurvNet und DEMIS. Die Climedo Health GmbH verantwortet das Datenschutzkonzept für das Climedo Symptomtagebuch. Die Datenschutzkonzepte weiterer IfSG –Fachanwendungen liegen in der Zuständigkeit der jeweiligen Anbieter bzw. Hersteller.

Ist es möglich bei der initialen Inbetriebnahme von SORMAS Benutzer automatisch ins System zu importieren?

Ja, bei der Inbetriebnahme von SORMAS können Benutzer basierend auf csv-Listen ins System importiert werden. In Abstimmung mit dem Betreiber der SORMAS Instanzen, der Firma Netzlink, besteht die Möglichkeit initial bereitgestellte Benutzerlisten direkt in die SORMAS Datenbank zu übernehmen. Das genaue Vorgehen für das jeweilige Gesundheitsamt wird während der Vorbereitung zur Inbetriebnahme mit den Verantwortlichen vor Ort abgestimmt.

Kann SORMAS in Verbindung mit Keycloak verwendet werden?

Ja, es ist möglich die Benutzerauthentifizierung von SORMAS über Keycloak auszuführen. Um die Benutzer mittels Keycloak in SORMAS zu authentifizieren, müssen diese lokal in SORMAS mit den notwendigen Rechten und Eigenschaften hinterlegt sein, d.h. über Keycloak findet ausschließlich die Benutzerauthentifizierung statt. Das genaue Vorgehen für das jeweilige Gesundheitsamt sollte während der Vorbereitungen zur Inbetriebnahme mit den Verantwortlichen vor Ort sowie der Firma Netzlink abgestimmt werden.

Können Listen von Einrichtungen in SORMAS übernommen werden?

Ja, der Import von Einrichtungen (z.B. Krankenhaus etc.) ist über den Menüpunkt Einstellungen > Einrichtungen > Import möglich. Anhand des vorgegeben csv Import Templates, welches unter dem genannten Menüpunkt zur Verfügung steht, besteht die Möglichkeit Einrichtungen ins System zu übernehmen.

Könnten Sie uns mitteilen, wann wir mit einer Schnittstelle zu GA ISGA oder einer anderen IfSG-Fachanwendung rechnen können?

Wir können Ihnen aktuell noch keinen konkreten Zeitpunkt für den Beginn der Pilotierung Ihres Gesundheitsamtes nennen. Gemeinsam mit dem Hersteller der IfSG Fachanwendung arbeiten wir noch an der Integration der Schnittstelle. Sobald wir vom Hersteller positive Rückmeldung erhalten und somit eine zeitliche Abschätzung der Pilotierung möglich ist, kommen wir gerne wieder auf Sie zu, um die weiteren Schritte zu planen.

Sind die Gesundheitsämter dafür verantwortlich zu prüfen, ob sich in den übertragenen Daten Schadecode befindet?

Die Einbindung von Schadcode in den Datentransfer wird als Injektion bezeichnet. In SORMAS wird injektierter Schadcode also solcher identifiziert und als nicht ausführbarer Code maskiert, so dass dieser nicht zur Ausführung gelangt. Dennoch haben die Gesundheitsämter eine Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die Schnittstellen nur für vertrauenswürdige und auf Datenschutz und Datensicherheit geprüfte Systeme geöffnet wird.

Ist die Übertragung von böswilligem Schadcode z.B. über externe Anbieter an SORMAS möglich?

Über eine generische Schnittstelle (Rest-API) ist es möglich, Anwendungen von Drittanbietern oder selbstständig programmierte System an SORMAS anzubinden. Diese Rest-API ist standardmäßig deaktiviert und kann auf individuellen Wunsch ihres Gesundheitsamtes mit Hilfe des Server Supports (Netzlink) freigeschaltet werden. Hierzu muss einmal beschrieben werden, für welche Zwecke die API genutzt werden soll. Diese Anweisung an den Serversupport (Netzlink) sollte von einer weisungsbefugten (und bei Netzlink als weisungsbefugt gelisteten) Personen in schriftlicher Form erfolgen.

Sollte dann z.B. über eine externe Applikation Schadcode an SORMAS gesendet werden, erkennt SORMAS das und führt diesen Code nicht aus. An dieser Stelle ist es ganz wichtig, dass mögliche Sicherheitsmeldungen vom System, die z.B. bei dem Excel-Import auftreten, NICHT einfach ignoriert oder weg geklickt werden.

Was ist der Unterschied zwischen SORMAS-L und SORMAS-X

Während SORMAS-L (Local) keine Möglichkeit einer Schnittstellenaktivierung bietet, kann in SORMAS-X (eXchange) eine Aktivierung für Schnittstellen erfolgen. Wenn Sie SORMAS-L nutzen und Schnittstellen nutzen wollen, müssen Sie zunächst eine Migration zu SORMAS-X durchführen.

Wie kann man Datenbereinigung in SORMAS vornehmen? Wenn man verschiedene Informationen sowohl in SORMAS als auch im IfSG-Programm gespeichert hat, ist gewährleistet, dass beide Datenpakete gemergt werden?

Wichtige Felder werden von Gesundheitsämtern unterschiedlich genutzt. Daher analysiert das Projekt in einem Vorgespräch gemeinsam mit dem Gesundheitsamt dessen Datenbestand und stellt dann einen spezifisch angepassten Konverter zur Verfügung. Dieser führt im Rahmen der Umstellung auf SORMAS-X den Initialen Datenimport durch und führt erkannte Dubletten zusammen. Nicht erkannte Dubletten müssen danach per Hand zusammengeführt werden.

Ist die Migration der SurvNet Daten für SORMAS-X zwingend erforderlich?

Ja, diese Migration ist definitiv notwendig.

Falls Sie Fragen haben, die hier nicht oder nicht ausreichend erklärt wurden, kontaktieren Sie uns gerne!