Glossar

Dashboard

Einleitung

Epidemiologische Übersichten (Dashboards) ermöglichen eine digitale Visualisierung mehrerer miteinander in Beziehung stehender Datenströme in Echtzeit und dienen der Überwachung und dem Ausbruchsmanagement. Diese Übersichten erleichtern eine fundierte Entscheidungsfindung mit Hilfe der Kombination von Indikatoren und Zahlen auf Basis von Datenanalysen. Auf diese Weise ermöglichen solche Übersichten den schnellen Überblick über aktuelle Situationen – insbesondere für akute Ausbrüche und den Umgang mit diesen. Neben der Visualisierung als Basis für eine schnelle Situationsbewertung, reduzieren epidemiologische Übersichten die Informationsflut, die sich aus mehreren Datenquellen ergeben kann, und minimieren Workflow-Unterbrechungen – z. B. aufgrund manueller, periodisch wiederkehrender Analyse eingehender Daten.

SORMAS Übersicht

Die SORMAS Übersicht besteht aus den Bereichen „Überwachung“ und „Kontakte“, die jeweils getrennt angezeigt werden. Diese werden durch Registerkarten in der oberen rechten Ecke des Bildschirms ausgewählt. Es gibt mehrere Filter für die Auswahl von Parametern, wie z. B. Krankheit, Zeit, etc.

Überwachungsübersicht
Die Überwachungsübersicht besteht aus zwei Bereichen. Im oberen Bereich wird ein Überblick über die Fallzahlen jeder Infektionskrankheit für den angegebenen Meldezeitraum angezeigt. Dabei wird die Differenz von Fällen zwischen zwei beliebigen angegebenen Zeitintervallen grafisch dargestellt. Der untere Bereich zeigt einzeln eine epidemiologische Kurve, eine Fallstatuskarte und Indikatoren für jede Krankheit. Über Filter können in der Übersicht Informationen zu bestimmten Krankheiten, Zeiten und Orten angezeigt werden.
Kontaktübersicht
Die Kontaktübersicht zeigt einen Überblick über Personen, für die ein Kontakt mit wahrscheinlichen oder bestätigten Fällen von Infektionskrankheiten gemeldet wurde. Je Krankheit wird die Anzahl der Kontakte, ein Nachverfolgungs-Statusdiagramm und die räumliche Verteilung der Kontakte auf einer Karte angezeigt.

Übersicht - Glossar

Überwachungsübersicht

  1. Ebenen: Eine interaktive Funktion für die Fallstatuskarte. Hier wird die Visualisierung von Fällen, Kontakten, Ereignissen usw. durch spezifische Merkmale ermöglicht; diese sind zum Beispiel Fallklassifikation, Meldeebenen (Einrichtungen, Regionen, Fallzahlen, Fallinzidenzanteil), Kontakte, Ereignisse oder geeignete Kombinationen dieser Variablen.
  2. Epidemiologische Kurve (Epi Kurve): Ein Histogramm der Anzahl der Fälle einer bestimmten Krankheit anhand des Zeitpunkts des Krankheitsbeginns. Die epidemiologische Kurve zeigt die Entwicklung der Krankheit und ihre Verbreitung in der Bevölkerung.
  3. Fallstatus (auf Epi Kurve): Die Fälle werden auf der Kurve nach Fallklassifizierung unterschieden (bestätigt, A. Klinisch diagnostiziert, B. Klinisch-epidemologisch bestätigt, C. Klinisch-labordiagnostisch bestätigt, D. labordiagnostisch bei unbekannter Klinik, E. labordiagnostisch bei nicht erfüllter Klinik, noch keine Falldefinitionskategorie ausgewählt).
  4. Fallstatuskarte: Eine interaktive Karte, die die räumliche Verteilung von Fällen, Kontakten, Ereignissen und der zugehörigen Variablen anzeigt.
  5. Gruppierung (auf Epi Kurve): Dies ist die Zeiteinheit, die verwendet wird, um die horizontale Achse der Epi Kurve zu skalieren. Die möglichen Optionen sind: Tag, Epi Woche und Monat.
  6. Legende: Eine Legende für die Fallstatuskarte.
  7. Meldung von Ausbrüchen: Jede epidemische Krankheit hat eine vorgegebene Anzahl von Fällen (Ausbruchsschwelle), ab der ein Ausbruch registriert wird. Eine rote Flagge wird automatisch auf der Registerkarte der betreffenden Krankheit angezeigt, wenn dieser Ausbruchsschwellenwert überschritten wird. Diese Meldung erfolgt pro Krankheit, Region und Bezirk.
  8. Neue Ereignisse: Anzahl der Ereignisse, nach dem Status des Ereignisses klassifiziert (Signal, Ereignisse, Screening, Cluster).
  9. Neue Fälle: Anzahl der gemeldeten Fälle, nach Fallklassifizierungsstatus unterschieden (bestätigt, A. Klinisch diagnostiziert, B. Klinisch-epidemologisch bestätigt, C. Klinisch-labordiagnostisch bestätigt, D. labordiagnostisch bei unbekannter Klinik, E. labordiagnostisch bei nicht erfüllter Klinik, kein Fall, noch keine Falldefinitionskategorie ausgewählt).
  10. Testergebnisse: Ergebnisse der Laboruntersuchung von Proben (positiv, negativ, ausstehend, unbestimmt).
  11. Todesfälle: Anzahl der Fälle, die an der angegebenen Krankheit verstorben sind.
  12. Zuletzt gemeldeter Landkreis: Der Name des Landkreises oder lokalen Regierungsgebiets, der den letzten Fall einer bestimmten Krankheit gemeldet hat.

Kontaktübersicht

  1. Alle Kontakte: Anzahl der Kontakte mit jeweils zugewiesenem Kontaktklassifizierungsstatus (unbestätigt, bestätigt, kein Kontakt (verworfen), neu, symptomatisch).
  2. Anrufe: Die Anzahl der Anrufe und ihre Klassifizierung (nicht verfügbar, unkooperativ, kooperativ, verpasst).
  3. Daten (Kontaktübersicht): Die Art der im Kontaktdiagramm dargestellten Kontaktdaten, d. h. Follow-up/Nachverfolgungs-Status, Kontaktdefinitionskategorie und Datum des Endes der Nachverfolgung (Nachverfolgung bis).
  4. Follow-up bis Diagramm: Ein Histogramm der Anzahl der Kontakte, gruppiert nach dem letzten Datum ihrer Nachverfolgung.
  5. Gruppierung (im Diagramm): Die Zeiteinheit, die zum Skalieren der horizontalen Achse des Kontaktdiagramms verwendet wird.
    Die Optionen sind: Tag, Epi-Woche und Monat.
  6. In der Nachverfolgung: Anzahl der Kontakte, die von einem Kontaktverfolgungsteam überwacht werden (Kontaktnachverfolgung). Sie werden entsprechend der letzten Anrufe bei ihnen klassifiziert (kooperativ, unkooperativ, nicht verfügbar, nie angerufen).
  7. Kontakte in Quarantäne: Die Anzahl der Kontakte in Quarantäne.
  8. Kontakte pro Fall: Die minimale, maximale und durchschnittliche Anzahl der Kontakte pro Fall.
  9. Kontaktklassifizierungsdiagramm: Ein Histogramm der Anzahl der Kontakte, gruppiert nach Kontaktklassifizierungsstatus (bestätigt, unbestätigt).
  10. Nachverfolgung gestoppt: Die Anzahl der Kontakte, die aus einem der folgenden Gründe nicht mehr weiterverfolgt werden: vollständige Nachverfolgung, Follow-Up/Nachverfolgung abgebrochen, keine Nachverfolgung möglich, in Fall konvertiert.
  11. Nachverfolgungs-Statusdiagramm: Ein Histogramm der Anzahl der Kontakte, gruppiert nach Nachverfolgungs-Status (In NV, NV abgebrochen, Keine NV möglich, In Fall konvertiert, abgeschlossene NV).

Aufgabenverwaltung

Einleitung

Überwachungsaktivitäten und die Eindämmung von Ausbrüchen hängen häufig von der Koordination multidisziplinärer Teams ab. Beim Umgang mit einem Ausbruch wirkt eine breite Palette von Personen oder Benutzerrollen zusammen, u.a. Krankenhausinformant:innen, Überwachungsbeauftragte, Überwachungsleitungen (staatliche Epidemiologen), Kontaktbeauftragte, Kontaktleitungen, Fallbeauftragte und Laborbeauftragte. Das Aufgabenmodul ermöglicht die Zuweisung und Verwaltung von Aufgaben in Echtzeit zwischen den verschiedenen Personen, was die Gesamteffizienz verbessert, mit der auf einen Ausbruch reagiert werden kann. Die Klassifizierung oder der Kontext einer Aufgabe kann allgemein oder einem Objekt zugeordnet sein (Fall, Kontakt, Ereignis).

Aufgaben - Glossar

Aufgabenverwaltung

  1. Aktive Aufgaben: Standardmäßig lädt das System die aktiven Aufgaben, sobald ein Nutzer das Aufgabenverzeichnis öffnet.
  2. Alle: Alle in SORMAS erstellten Aufgaben, unabhängig von der Benutzerrolle oder der Person, der die Aufgabe zugewiesen ist.
  3. Archivierte Aufgaben: Aufgaben, die in der Standardansicht nicht aufgeführt werden. Durch das Archivieren einer Aufgabe wird nur verhindert, dass die Aufgabe standardmäßig geladen wird, um die Leistung des Systems zu verbessern. Alle Verzeichnisse in SORMAS folgen einer ähnlichen Logik.
  4. Aufgaben der Mitarbeiter: Hiermit wird das Aufgabenverzeichnis nach allen Aufgaben gefiltert, die Überwachungsbeauftragten zugewiesen sind.
  5. Aufgaben vom … / Aufgaben von Epi Woche … und … bis / bis … Epi Woche: Beide Filter wählen Aufgaben für einen gewünschten Zeitraum aus und zeigen sie an. Der Filter „Epi Woche“ ist voreingestellt ausgewählt. 
  6. Bundesland: Verantwortliches Bundesland für das Objekt (Fall, Kontakt, Ereignis), auf das sich die Aufgabe bezieht.
  7. Einfacher Export: Herunterladen des Aufgabenverwaltungsverzeichnisses mit den Variablen, wie auf der Standardseite angezeigt.
  8. Erstellt von: Benutzer, der die Aufgabe erstellt hat.
  9. Landkreis/Kreisfreie Stadt: Der verantwortliche Landkreis bzw. die verantwortliche kreisfreie Stadt für das Objekt (Fall, Kontakt, Ereignis), auf das sich die Aufgabe bezieht.
  10. Massenbearbeitungsmodus aktivieren: Nach der Aktivierung ermöglicht diese Funktion die Auswahl mehrerer Aufgaben und die gleichzeitige Ausführung einer einzelnen Aktion (bisher nur Löschung).
  11. Meine Aufgaben: Hiermit wird das Aufgabenverzeichnis nach allen Aufgaben gefiltert, die dem/ der angemeldeten Benutzer:in zugewiesen sind.
  12. Nach Datum oder Nach Epi Woche: Die Zeiteinheit, die zum Filtern des Aufgabenverwaltungsverzeichnisses verwendet wird. Auswahlmöglichkeiten sind „nach Datum“ oder „nach Epi Woche“. 
  13. Neue Aufgabe: Damit erstellen Sie eine neue Aufgabe.
  14. Referenzdatum der Aufgabe: Das Datum, das zum Filtern des Aufgabenverzeichnisses verwendet wird. Dies kann entweder das empfohlene Startdatum oder das Fälligkeitsdatum sein.

Aufgabenobjekte

  1. Aufgabenkontext: Repräsentiert den Zusammenhang, in dem die Aufgabe steht (z.B. Fall, Kontakt, Ereignis)
  2. Aufgabenstatus: Der Status der Aufgabe. Mögliche Status sind:
    1. Ausstehend: Aufgaben, die noch erledigt werden müssen
    2. Erledigt: Abgeschlossene Aufgaben
    3. Entfernt: Aufgaben, die aus dem System entfernt wurden, weil sie verworfen wurden
    4. Nicht ausführbar: Aufgaben, die nicht ausgeführt werden können
  3. Aufgabentyp: Beschreibt die Kategorie der Aufgabe wie z.B. Falluntersuchung, Fallisolierung, Fallmanagement, Kontaktuntersuchung, Kontakt-Nachverfolgung, Probenentnahme, Probentransport, Probentest, Berichterstellung, Ereignisuntersuchung etc.
  4. Empfohlener Start / Empfohlenes Startdatum: Das empfohlene Datum, bis zu dem mit einer neu zugewiesenen Aufgabe begonnen werden soll.
  5. Fälligkeitsdatum: Das Datum, bis zu dem eine zugewiesene Aufgabe abgeschlossen sein soll.
  6. Kommentare zur Aufgabe: Allgemeine Kommentare aller Benutzer:innen zu der jeweiligen Aufgabe.
  7. Kommentare zur Ausführung: Kommentare aller Benutzer:innen zur Ausführung der Aufgabe, z.B. Updates, aufgetretene Probleme, Rückfragen usw.
  8. Priorität: Die Dringlichkeit, mit der eine Aufgabe ausgeführt werden soll (hoch, normal, niedrig).
  9. Verknüpfter Link: Link zu den Fällen, Kontakten oder Ereignissen, denen eine Aufgabe zugewiesen ist.
  10. Zugehöriger Fall/Kontakt/Ereignis: Der Name des Objektes (Fall, Kontakt, Ereignis), anhand dessen man die Ergebnisliste entsprechend filtern kann.
  11. Zugewiesen an: Der Name des Nutzers/der Nutzerin, der/die für die Ausführung der Aufgabe verantwortlich ist.